Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Sterilisation des Mannes (Vasektomie)
Was ist eine Vasektomie?
Eine Vasektomie ist ein kleiner chirurgischer Eingriff zur dauerhaften Empfängnisverhütung beim Mann. Dabei werden die Samenleiter durchtrennt oder verschlossen, sodass keine Spermien mehr in die Samenflüssigkeit gelangen.
Wie sicher ist eine Vasektomie?
Die Vasektomie zählt zu den sichersten Verhütungsmethoden. Nach erfolgreicher Nachkontrolle liegt die Wirksamkeit bei über 99 %. Wichtig ist, dass zunächst zwei Samenanalysen bestätigen, dass keine Spermien mehr vorhanden sind.
Bin ich nach dem Eingriff sofort unfruchtbar?
Nein. Nach der Vasektomie befinden sich noch Spermien in den Samenwegen. Bis zur ärztlichen Bestätigung durch eine Spermiogramm-Kontrolle muss weiterhin verhütet werden.
Beeinflusst die Vasektomie Potenz oder Sexualität?
Nein. Die Vasektomie hat keinen Einfluss auf Erektion, Libido, Orgasmus oder die Testosteronproduktion. Die Ejakulation bleibt nahezu unverändert, da Spermien nur einen sehr kleinen Anteil (2%) der Samenflüssigkeit ausmachen.
Ist der Eingriff schmerzhaft?
Die Vasektomie erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung. Während des Eingriffs verspüren die meisten Männer nur ein leichtes Druckgefühl. Nach der Operation können leichte Schmerzen, Schwellungen oder Blutergüsse auftreten, die meist nach wenigen Tagen abklingen.
Wie lange dauert der Eingriff?
Der Eingriff dauert normalerweise etwa 15 bis 20 Minuten und wird meist ambulant durchgeführt.
Wann kann ich wieder arbeiten?
Viele Männer können je nach Tätigkeit nach ein bis drei Tagen wieder arbeiten. Bei körperlich anstrengender Arbeit oder intensivem Sport wird häufig eine Pause von etwa einer Woche empfohlen.
Wann ist Geschlechtsverkehr wieder möglich?
In der Regel nach einigen Tagen, sobald keine Beschwerden mehr bestehen. Bis zur bestätigten Unfruchtbarkeit muss jedoch weiterhin verhütet werden.
Kann eine Vasektomie rückgängig gemacht werden?
Eine operative Wiederherstellung der Samenleiter (Refertilisierung) ist grundsätzlich möglich, der Erfolg kann jedoch nicht garantiert werden. Deshalb sollte eine Vasektomie als dauerhafte Verhütungsmethode betrachtet werden.
Erhöht eine Vasektomie das Risiko für Krebs oder andere Erkrankungen?
Nach dem heutigen wissenschaftlichen Kenntnisstand besteht kein gesicherter Zusammenhang zwischen einer Vasektomie und einem erhöhten Risiko für Prostata-, Hodenkrebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Welche Risiken gibt es?
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können Komplikationen auftreten, zum Beispiel:
● Blutergüsse
● Schwellungen
● Infektionen
● Vorübergehende Schmerzen
● Sehr sehr selten chronische Hodenschmerzen (Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom)
● Sehr selten ein spontanes Wiederzusammenwachsen der Samenleiter (1/2000)
Für wen ist eine Vasektomie geeignet?
Sie eignet sich für Männer, die ihre Familienplanung sicher abgeschlossen haben und eine dauerhafte Verhütungsmethode wünschen.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
In Deutschland übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten in der Regel nicht, wenn die Vasektomie ausschließlich der Empfängnisverhütung dient. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten ebenfalls nicht.
Muss ich mich auf den Eingriff vorbereiten?
Ihr Arzt informiert Sie über die Vorbereitung. Häufig wird empfohlen:
● Eine enge Unterhose oder Suspensorium mitzubringen.
● Am Tag des Eingriffs auf gute Intimhygiene zu achten.
● Blutverdünnende Medikamente nur nach ärztlicher Rücksprache einzunehmen oder abzusetzen.
Wann sollte ich einen Arzt kontaktieren?
Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn nach dem Eingriff:
● starke oder zunehmende Schmerzen auftreten,
● hohes Fieber besteht,
● starke Schwellungen oder Rötungen entstehen,
● Eiter aus der Wunde austritt oder
● anhaltende Blutungen auftreten.
Fazit:
Die Vasektomie ist eine sehr sichere, schonende und dauerhafte Verhütungsmethode für Männer mit abgeschlossener Familienplanung. Ein ausführliches Beratungsgespräch mit einem Urologen hilft dabei, Nutzen, Risiken und Alternativen individuell abzuwägen.
